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4/2004

Steuermoral und Religiosität in Ost- und Westdeutschland

Aloys Prinz

Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, welchen Einfluss Religiosität auf die Einstellung zum Steuerbetrug hat. Die Ausgangshypothese lautet, dass religiöse Menschen Steuerbetrug stärker ablehnen als nichtreligiöse. Zur Stützung dieser Hypothese wird die ökonomische Theorie der Religion herangezogen. Dieser Ansatz erklärt, wie über posthume persönliche Belohnungs- und Bestrafungsmechanismen einerseits und die Schaffung von Zeitkosten durch religiöse Praktiken Selbstselektionsprozesse andererseits ausgelöst werden, welche die wenig gemeinschaftsorientierten und nicht kooperationswilligen Personen von der religiösen Gemeinschaft fernhalten. Anhand der World Values Surveys wird für West- und Ostdeutschland untersucht, ob und wenn ja, in welcher Weise Religiosität einen Einfluss auf die Steuermoral hat. Es zeigt sich, dass in Ost- und Westdeutschland religiöse Variablen die Steuermoral beeinflussen, wobei sich aber auch deutliche Unterschiede zwischen den beiden Landesteilen feststellen lassen.

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